Jugendliche und junge Menschen möchten sich engagieren, ihre vielfältigen Energien kraftvoll ausleben und die Welt verbessern.

Prävention

Wenn sie diesen Schaffensdrang nicht oder nur teilweise ausleben können, werden sie anfällig für Verführungen von Menschen und Organisationen, die scheinbar einfache, radikale und konsequente „Lösungen“ anbieten.
Dann besteht die reale Gefahr, dass sich diese junge Menschen aus der „etablierten“ Gesellschaft, die sie als langsam, inkonsequent und fehlbar empfinden, verabschieden.

Der Umstand, dass sich junge Erwachsene fast immer außerhalb der etablierten Moscheegemeinden radikalisieren, lässt den Schluss zu, dass die Funktion der verbandlich- organisierten Moscheegemeinden als Religionsgemeinschaft, die sich um die allseitige Religionspflege ihrer Mitglieder kümmert, zu wenig den drängenden Fragen von Jugendlichen entspricht, die häufig einfache und schnelle Lösung auf ihre spezifischen Themen suchen.
Gleichzeitig ist das Angebot an jugendrelevanten Projekten und Freizeitaktivitäten sowie die Möglichkeiten, sich als junge Menschen selbst einzubringen und weiterzuentwickeln auf den meisten vertrauenswürdigen Internetseiten vollkommen unzureichend.

Radikale Organisationen haben das schon lange erkannt und deshalb ein „attraktives“ Angebot an Internetangeboten und sozialen Medien geschaffen.
Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ engagiert sich umfangreich und professionell in den Sozialen Medien. Von diesen Aktivitäten fühlen sich viele junge Menschen angesprochen.

Denn es existieren schlichtweg bis heute keine adäquaten Gegenangebote, die einerseits die religiösen Fragen der jungen Menschen beantworten können und sie auch bei lebensweltlichen Problemen fachlich qualifiziert und lebensnah beratend zur Seite stehen können.
Daneben wirkt sich auch die umgreifende Islamfeindlichkeit negativ auf junge Muslime in Deutschland aus, indem sie das Selbstwertgefühl schwächt und den Mut verringert, sich in der Gesellschaft einzubringen. Ausgrenzungserfahrungen können zudem zur Abkehr von der Gesellschaft führen und im Weiteren zu Perspektivlosigkeit und dem Gefühl, dass Engagement keinen Zweck hat.
Mit diesem Gefühl werden viele muslimische Jugendliche mitunter vollkommen alleine gelassen.

Das bedeutet:

1.) Jugendarbeit ist Präventionsarbeit = Deshalb muss die Jugendarbeit für Muslime viel stärker unterstützt und gefördert werden.
2.) Integrationsarbeit ist Präventionsarbeit = Wer einen Job und eine Perspektive hat, ist wenig anfällig für Extremismus.
3.) Gegen Ausgrenzung = Wer sich ausgegrenzt fühlt, ist anfälliger für Extremismus.
4.) Null Toleranz für Übertreibung = Der Islam ist der Weg der Mitte.
5.) Muslime aktiv gegen religiös begründeten Extremismus = Als Teil der Gesellschaft sind wir aktive Partner im Kampf gegen Extremismus.

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